Kapo Bern: Erste Blaulichtfahrt und echte Einsätze – so erlebt ein Aspirant die Polizei
Warum Polizistin oder Polizist werden? Angehende Polizistinnen und Polizisten der Kantonspolizei Bern bringen ganz unterschiedliche berufliche und persönliche Hintergründe mit.
Entscheidend ist dabei nicht unbedingt der Lebenslauf, sondern die Motivation, Werte und der Wille, Verantwortung zu übernehmen. Ein Aspirant, der seine Ausbildung letztes Jahr begonnen hat, erzählt von seinem persönlichen Weg.
Der Weg zur Polizei ist selten gradlinig. Auch bei der Kantonspolizei Bern kommen die angehenden Polizistinnen und Polizisten aus ganz unterschiedlichen Berufen – vom Schreiner über die Köchin bis zum Lehrer. Was sie verbindet, sind weniger ihre bisherigen Tätigkeiten als vielmehr ihre Motivation und die Bereitschaft, sich für andere einzusetzen.
So auch bei einem 22-jährigen Berner Polizeiaspiranten, der sich aktuell im zweiten Ausbildungsjahr (Lehrverband) befindet und seine Ausbildung im März 2027 abschliessen wird. Polizist werden – das war für ihn schon als Kind ein Traum. Nach der Schule entschied er sich zunächst für eine kaufmännische Lehre. Doch bereits während der Ausbildung merkte er, dass ihn dieser Weg nicht langfristig erfüllen würde. Die entscheidende Bestätigung für seinen ursprünglichen Traum kam schliesslich durch ein persönliches Gespräch. Über eine Bekannte lernte er einen Polizisten kennen – und ab diesem Zeitpunkt war für ihn klar: Das ist es. Jetzt musste er nur noch 21 Jahre alt werden.
Ein intensiver Einstieg
Der Weg zur Polizeiausbildung beginnt mit einem Auswahlverfahren. Welche Neuerungen dabei seit dem 1. April 2026 gelten – etwa mehr Flexibilität im Ablauf und Anpassungen bei der Aufnahmeprüfung –, haben wir im vorherigen Blogbeitrag aufgezeigt. „Vor dem Auswahlverfahren hatte ich am meisten Respekt“, sagt er rückblickend. Die Anforderungen seien anspruchsvoll und fordernd. Trotzdem fällt sein Fazit klar aus: „Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall.“
Mit bestandener Aufnahmeprüfung startet die Ausbildung für deutschsprachige Aspirantinnen und Aspiranten an der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (Luzern), während ihre französischsprachigen Kolleginnen und Kollegen die Ausbildung in Ittigen absolvieren. Erst im zweiten Jahr folgt die praktische Ausbildung im Kanton Bern. Sein Lehrgang umfasst insgesamt 51 Personen, rund ein Drittel davon sind Frauen. Das erste Ausbildungsjahr beschreibt er als intensiv, aber gut machbar: „Es ist viel Theorie und man muss dranbleiben. Aber wenn man interessiert ist, funktioniert das gut.“ Zweifel an seiner Entscheidung hatte er nie. Im Gegenteil: Gerade in der Praxis wird ihm immer wieder bewusst, warum er diesen Weg gewählt hat. „Menschen helfen“ – das sei für ihn nach wie vor eine der wichtigsten Motivationen. So etwa bei einem Einsatz, bei dem eine ältere Person nach einem Sturz in ihrer Wohnung Hilfe benötigte. Gemeinsam mit seinem Ausrückpartner verschaffte er sich Zugang zur Wohnung, leistete erste Unterstützung und betreute die Person bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. „In solchen Momenten merkt man, wie wichtig unsere Arbeit ist – nicht nur wegen der Intervention selbst, sondern auch, weil man den Menschen Unterstützung geben kann“, erzählt er.
Mit den ersten Erfahrungen im Berufsalltag hat sich auch sein Bild vom Polizeiberuf verändert. Während er bei uniformierten Polizistinnen und Polizisten am Anfang eher an Autorität gedacht hat, erkennt er heute vor allem die Menschen dahinter – und merkt, dass er selbst inzwischen einer von ihnen ist. Angesprochen auf sein bisheriges Highlight in der Ausbildung, nennt er die erste Blaulichtfahrt. Ein Moment, bei dem sein Berufsalltag plötzlich ganz real wurde. Gleichzeitig gehören auch einige weniger angenehme Aspekte zum Alltag – etwa die administrativen Aufgaben.
Gut informiert entscheiden
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Polizeiausbildung sind Informationsveranstaltungen. Diese bieten eine unkomplizierte Möglichkeit, sich zu informieren und Fragen zu stellen. Wie Corinne Bapst Schornoz, HR-Spezialistin bei der Kantonspolizei Bern, erklärt: „Bei der beruflichen Orientierung ist es wichtig, sich selbst gut zu kennen, aber auch die verschiedenen Möglichkeiten – die Berufe und die dazugehörigen Ausbildungen. Unsere Informationsveranstaltungen helfen dabei, Fragen zu klären und bestehende Ideen zu prüfen oder zu bestätigen.“
Die Ausbildung zur Polizistin oder zum Polizisten beginnt mit einer umfassenden Grundausbildung. Danach eröffnen sich über 120 verschiedene Tätigkeitsfelder – von der Präventionsarbeit an Schulen über den Einsatz als Hundeführerin oder Hundeführer bis hin zur Ermittlungs- oder Cyberarbeit. Diese grosse Vielfalt ermöglicht es, die bei der Kantonspolizei Bern vorhandenen Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln und voll auszuschöpfen. „Neben einer möglichen vertikalen Laufbahn – also dem Aufstieg innerhalb der Hierarchie – erlaubt diese breite Palette an Einsatzbereichen auch eine horizontale Karriereentwicklung“, ergänzt Corinne Bapst Schornoz. „Das bedeutet, sich zu spezialisieren oder den eigenen Arbeitsalltag durch zusätzliche Funktionen immer wieder neu zu gestalten.“
Die Kantonspolizei Bern bietet damit zahlreiche Möglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen. Sind Sie interessiert, aber noch unsicher? Dann melden Sie sich unverbindlich für eine unserer Informationsveranstaltungen an.
Quelle: Kantonspolizei Bern/Lisa Schneeberger
Bildquelle: Symbolbild © Kantonspolizei Bern